Lottogewinn Versteuern?

 

Muss man einen Lottogewinn in Deutschland versteuern?

Sicherlich handelt es sich um ein Luxusproblem, doch viele Menschen fragen sich, ob man seinen Lottogewinn versteuern muss. Und wenn ja, wird hierauf die Abgeltungssteuer in Höhe von 25% erhoben oder sogar der deutsche Spitzensteuersatz in Höhe von 45%? Die Antwort lässt alle Lottospieler erfreut aufatmen.

Lottogewinne sind in Deutschland steuerfrei

Ein Lottogewinn stellt im deutschen Steuersystem eine Ausnahme dar, da er in keiner der in § 2 Abs. 3 EStG genannten Einkunftsarten fällt. Der Gewinner erhält die volle Gewinnsumme ausgezahlt und muss keine Abzüge durch das Finanzamt fürchten – egal, ob er seinen
Tippschein im Lottokiosk oder online bei Anbietern wie Lottoland oder Tipp24 und Co. abgegeben hat.

Sozialleistungen können gekürzt werden

Sollte ein Lottogewinner Sozialleistungen (ALG I oder ALG II bzw. „Hartz 4“) beziehen, so muss der Gewinn bei der Agentur für Arbeit als einmalige Einnahme gemeldet werden. In diesem Fall bleibt der Gewinn selbstverständlich steuerfrei. Die Zahlungen der Agentur für Arbeit können allerdings je nach Gewinnhöhe gekürzt oder komplett gestrichen werden.

Was passiert nach dem Gewinn?

Eine Vermögenssteuer wurde in Deutschland zuletzt im Jahr 1996 erhoben. Der damalige Steuersatz betrug 1% auf das steuerpflichtige Vermögen. Das Bundesverfassungsgericht erklärte die Erhebung der Vermögenssteuer jedoch für verfassungswidrig. Durch den bloßen Besitz eines hohen Lottogewinns werden heutzutage also keine Steuern fällig.

In der Regel bringt man das Geld jedoch zur Bank und möchte von der Verzinsung der Gewinnsumme profitieren. Auf derartige Kapitalgewinne wird seit dem Jahr 2009 generell die Abgeltungssteuer in Höhe von 25% (bzw. 26,375% inkl. Solidaritätszuschlag) auf alle Zinserträge über einem Freibetrag in Höhe von 801 Euro erhoben.

Ein Rechenbeispiel

Angenommen man knackt den Lottojackpot und erhält einen Gewinn in Höhe von 10 Millionen Euro. Würde man die gesamte Summe mit einer Verzinsung in Höhe von 4% p.a. anlegen, beliefen sich die Zinserträge auf satte 400.000 Euro pro Jahr. Abzüglich der Abgeltungssteuer verbleiben davon 294.500 Euro auf dem eigenen Konto. Diese Summe könnte man jährlich ausgeben, ohne dass sich die ursprüngliche Gewinnsumme um einen einzigen Euro reduzieren würde.

Ausnahmen bei ausländischen Lotterien

Vorsicht ist bei der Teilnahme an ausländischen Lotterien geboten. Auf einen Gewinn in der amerikanischen Powerball Lotterie werden beispielsweise satte 36% an Steuerabgaben fällig. Über derartige Lotterie- und Glücksspielsteuern entscheidet jeweils der Staat, in dem die Lotterie ansässig ist. Bei Mehrländer-Lotterien wie dem Eurojackpot werden bei einer Teilnahme aus Deutschland keine Steuern auf den Gewinn erhoben.

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